Was ist LEADER?

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Seit 1991 fördert die Europäische Union (EU) mit LEADER Projekte, Investitionen und Aktionen, die zu einer nachhaltigen Stärkung ländlicher Räume beitragen. Voraussetzung ist, dass diese Projekte in einer anerkannten LEADER-Region umgesetzt werden. Die Abkürzung LEADER steht dabei für die aus dem Französischen übersetzte Bedeutung „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“.

 

Weitere Informationen zu LEADER und zur LEADER-Methode finden Sie hier.
Weitere Informationen zu LEADER im Land Sachsen-Anhalt finden Sie hier.

 

Was sind LEADER-Regionen?

LEADER-Regionen sind gut abgrenzbare, zusammenhängende ländliche Gebiete, die mindestens 5.000, maximal 150.000 Einwohner haben. Innerhalb dieser Gebiete werden im Rahmen von LEADER neue Entwicklungskonzepte, die auf lokaler Ebene Themen, Akteure und Ressourcen verbinden, umgesetzt. Den Schwerpunkt der Entwicklung bilden die Lokalen Aktionsgruppen (LAG) aus Vertretern des öffentlichen und privaten Sektors.

 

Film – Was ist LEADER?

Quelle/Video: Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS)

Die LEADER-Methode wird durch sieben wesentliche Merkmale geprägt:

  • Bottom-up-Ausarbeitung und Umsetzung von Strategien: Lokale Akteure sind aktiv an der Regionalen Entwicklungsstrategie, an der Auswahl der Prioritäten bzw. Projekte in ihrer Region beteiligt und eingebunden. Die Beteiligung von lokalen Akteuren umfasst die Bevölkerung im Allgemeinen, wirtschaftliche und soziale Interessengruppen sowie repräsentative öffentliche und private Institutionen.
  • Lokale öffentlich-private Partnerschaften: Lokale Aktionsgruppen (kurz: LAG) bestimmen den LEADER-Prozess in der Region, sind damit Motor der regionalen Entwicklung und müssen zu einer Hälfte aus Wirtschafts- und Sozialpartnern bestehen. Sie werden von einem Regionalmanagement begleitet.
  • Integrierte und multisektorale Aktionen: Verschiedene beteiligte wirtschaftliche, soziale, kulturelle, umweltrelevante Akteure und Sektoren sind miteinander verknüpft und agieren gemeinsam.
  • Innovation: Die LEADER-Regionen haben die Möglichkeit, in ihren Projekten neue Wege zu gehen und auszuprobieren.
  • Kooperation: Die LEADER-Regionen haben die Möglichkeit, mit anderen europäischen LEADER-Regionen oder mit LEADER-ähnlichen Regionen ein gemeinsames transnationales und/oder gebietsübergreifendes Kooperationsprojekt umzusetzen.
  • Vernetzung: nationaler und europäischer Erfahrungs- und Wissenstransfer. Unterstützt werden die Akteure dabei durch nationale und europäische Vernetzungsstellen.
  • Territoriale lokale Entwicklungsstrategien: beziehen sich auf räumlich genau abgegrenzte ländliche Gebiete und konzentrieren sich auf regionale Besonderheite

2014 – 2020: LEADER/CLLD

Ab 2014 gibt es eine Weiterentwicklung des LEADER-Ansatzes. Die Abkürzung CLLD ist eine Abkürzung aus dem Englischen (Community led local Development) und bedeutet soviel wie „Gemeinschaftsgeführte lokale Entwicklung“, was wiederum dem bereits bekannten „Bottom-up-Prinzip“ entspricht. Im Rahmen der CLLD übernehmen die Menschen vor Ort die Federführung und bilden lokale Partnerschaften, die eine integrierte Entwicklungsstrategie planen und umsetzen. Die Strategie stützt sich auf die sozialen, ökologischen und ökonomischen Stärken oder „Aktivposten“ der Gemeinschaft, statt einfach nur einen Problemausgleich zu betreiben. Dafür erhält die Partnerschaft eine langfristige Finanzierung, und sie entscheidet selbst darüber, wie sie die Gelder einsetzt. Neu ist dabei der sogenannte Multifondsansatz, der es ermöglicht auch auf andere EU-Fonds (EFRE, ESF) zuzugreifen. Durch das Zusammenspiel der verschiedenen Fonds soll die Wirksamkeit von Vorhaben, die dem LEADER-/CLLD-Ansatz folgen, verbessert werden.

Den CLLD-Leitfaden für lokale Akteure finden Sie hier. Weiterführende, ausführliche Informationen zu LEADER/CLLD stellt das Netzwerk Ländliche Räume/dvs bereit. Zu den operationellen Programmen der einzelnen EU-Fonds (ELER, EFRE, ESF) kommen Sie hier.